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Grüß Gott und willkommen bei hoerfunkwerkstatt.de – Ein Überblick über mein Angebot an freiberuflichen Dienstleistungen

Hitarchiv – Radiokanon – Musikjournalismus – Sendungsredaktion – externe Musikplanung und Poolentwicklung – Syndicated Content – webbasierte Redaktionstools – Konkurrenzanalysen – Popmusikforschung – Seminare – Präsentationen – musikbezogenes Coaching für Moderatoren – Repertoire- und Formatbildung und Vermittlung

Innovativ und kreativ: Business2Business und Research2Education

Mein Angebot richtet sich zum einen direkt an Unternehmen, die musikjournalistische freiberufliche Dienstleistungen einkaufen, zum anderen an Bildungseinrichtungen, die in den Bereichen Musikforschung, Medienkritik, Ökonomie oder Philosophie Berufspraktiker als Dozenten suchen.

Hitarchiv

Banner Hitarchiv Bewerbungsphase

Die erste Entwicklung ist ein Hitarchiv, das als Basis sowohl für die pophistorische qualitative und statistische Musikforschung als auch für die tägliche musikredaktionelle Berufspraxis in Radio, TV und Print dienen kann.

Nicht jeder Sender oder jede Redaktion hat alle wichtigen Charts archiviert. Informationen zur Chartplazierung eines Songs sind aber wichtige Anhaltspunkte für die Formatentwicklung. Und: die beliebten Hit-Bilanzen von Taurus Press dürfen nach einem Rechtsstreit mit Media Control nicht mehr vertrieben werden! Deshalb besitzt die hoerfunkwerkstatt.de eine umfangreiche Datenbank aller wichtigen Charts.

Die meines Wissens in ihrem Umfang und ihrer Art einzige online recherchierbare wissenschaftliche Primärquelle für Hitparaden-Daten bildet die Basis für ein Künstler- und Werkverzeichnis von sechs Dekaden westlicher Popmusikgeschichte. Dabei lege ich vor allem Wert auf historisch korrekte Veröffentlichungsdaten der Hitparadenlisten, die in vielen der bekannten Publikationen falsch sind.

Das Hitarchiv steht für nicht-kommerzielle Forschungszwecke auch komplett zur Verfügung; für die öffentliche Nutzung ist die Ansicht ab 2000 nur eingeschränkt möglich. Bei Interesse fordern Sie bei mir bitte ganz unverbindlich einen Flyer an.

Radiokanon

In der Entwicklung ist aktuell ein Tool zur Dokumentation und Analyse von Musikprogrammen deutschsprachiger Radiosender. Dazu werden seit 2006 ausgewählte Sender in Deutschland, Österreich und der Schweiz rund um die Uhr archiviert. Diese einzigartige Primärquelle bildet die Basis für Musikprogrammanalysen und läßt Aussagen zum deutschen Radiorepertoire zu. Es soll ein Kanon der im deutschen Radio gesendeten Musik entstehen. Außerdem plane ich, Musikprogramme (zumindest teilweise) automatisch zu analysieren und Veränderungen zu dokumentieren. Darauf aufbauend können künftig Konkurrenz- und Marktanalysen schneller, präziser und kostengünstiger angeboten werden.

Die hoerfunkwerkstatt.de ist damit m.W. der einzige Anbieter von historischen Playlisten deutschsprachiger Radiosender. Das umfangreiche Archiv kann auch wissenschaftlich genutzt werden. Kontaktieren Sie mich dazu bitte, denn der Radiokanon steht noch nicht in einer einfach zu nutzenden Form zur Verfügung.

Webradio-API

Machen Sie Ihren einfachen Webradio-Player zum umfangreichen Musiklexikon, indem Sie ihn per API (Programmierschnittstelle) mit dem hoerfunkwerkstatt.de-Hitarchiv verknüpfen. So können Sie Ihren Webradio-Hörern eine Fülle von Meta-Informationen auf einfache und kostengünstige Art ausspielen. Das Hitarchiv liefert an Ihren Player z.B. Coverabbildungen in bester Qualität, Tracklistings, Verknüpfungen, Künstler-Biogramme oder Songinformationen. Vieles weitere ist denkbar, alles zentral von mir aktuell gehalten und daher ohne Aufwand für Ihre Redaktion vor Ort.

UTAAR: Use Twitter As A Resource

Viele Künstler verwenden heute Verbreitungswege wie Twitter oder Facebook, um mit ihren Fans in Kontakt zu treten. Nutzen Sie den Zeitvorsprung vor Agenturen, Internetportalen und Zeitschriften und greifen Sie die für Ihre Redaktionsarbeit wichtigen und relevanten Tweets und Facebook-Postings direkt an der Quelle ab. Aufbereitet und archiviert wird diese wichtige Primärquelle der Popmusikforschung in Zukunft auf hoerfunkwerkstatt.de mittels UTAAR, unserem kleinen freundlichen Social-Networking-Helfer.

Freiberufliche musikredaktionelle Dienstleistungen

Seit 2005 arbeite ich für diverse öffentlich-rechtliche und private Sender im deutschsprachigen Raum als freier Musikredakteur. Einige Beispiele folgend:

Pophistorische Serie „Täglich Pop“ (SWR3, NDR2)

Von 2005 bis 2011 war ich zusammen mit Matthias Kugler Autor der Sendereihe „Täglich Pop“, das sind 2:30-BmE zu pophistorischen Ereignissen des jeweiligen Tages. Es entstanden über 800 Beiträge, die täglich zwei Mal im Programm von SWR3 laufen, als Podcast und als Text zusätzlich über swr3.de publiziert werden. Später hat auch NDR2 „Täglich Pop“ im Rahmen des ARD-Programmaustauschs übernommen und sendet den Beitrag täglich im Vormittag. Weitere Verbreitungswege sind in Arbeit, u.a. als Abreißkalender (siehe taeglich-pop.de).

Taeglich Pop Visualisierung

„Poplexikon“ (SWR3, MDR Sputnik)

Zwischen 2005 und 2011 habe ich das Online-Musiklexikon von swr3.de erweitert, ergänzt, Discographien und anderes tabellarisches Material gepflegt und die Künstlerbiographien verfaßt. Seit kurzem übernimmt auch MDR Sputnik die Inhalte des SWR3-Poplexikons und spielt sie über die eigene Website in ihrem Hausdesign aus.

Poplexikon Visualisierung

Professioneller Partner Ihrer Musikredaktion

In den vergangenen Jahren schien es so, daß Sie mit einer kleinen Musikredaktion viel Kosten einsparen könnten, ohne gleichzeitig den Programmerfolg zu gefährden. Verpassen Sie jetzt nicht die Trendwende! Wir sind mitten in einer Renaissance des Wortes und auch Musik abseits der ausgetretenen Pfade gewinnt langsam wieder an Bedeutung.

Seit dem Jahr 2000 sind den Programmen 15% der jungen Hörer verlorengegangen, die Bevölkerung wird immer älter, die Menschen nutzen verstärkt interaktive Medien; darauf muß Radio jetzt reagieren.

Mit der hoerfunkwerkstatt.de haben Sie einen kompetenten und professionellen Partner, der Ihre Musikredaktion mit Tools und Dienstleistungen auf freiberuflicher Basis unterstützt. Dabei arbeite ich für folgende Formate: AC (Hot/Soft/Regular/Oldie-based), Gold/Oldie, music of your life (moyl), Rock (Classic/Modern), Urban, MOR (International/DOM).

Externe Musikplanung/Poolbetreuung

Musikplanung: Die hoerfunkwerkstatt.de plant Ihr Musikprogramm nach Ihren Formatvorgaben. Entweder mit Powergold oder Selector. Als Urlaubsvertretung oder regelmäßig. Oder Sie gehen noch einen Schritt weiter und übergeben mir die komplette Musikformatentwicklung.

Musikformatentwicklung: Ich übernehmen für Sie die Bestückung der Kategorien, entwickele Stundenuhren und Musikregeln. Wöchentlich wird die Rotation überarbeitet, aus den bemusterten Tonträgern wähle ich die formatkompatiblen Songs aus, schlage diese in Abhörkonferenzen der Programmleitung vor und aktualisiere anschließend die Kategorien.

Programmierung von Specials: Ich bestücke Special-Kategorien zu Weihnachten und Fasching, für Dance-Nights oder Night-Mixe und programmiere 60er-, 70er-, 80er- und 90er-Tage und wähle Titel nach Themen (z.B. Peace, Kiss, War, Fußball, etc.) aus.

Weitere Angebote

Musiknews-Archiv: Die hoerfunkwerkstatt.de besitzt ein umfangreiches Archiv an tagesaktuellen Meldungen zu Interpreten oder musikalischen Events. Suchen Sie im Archiv nach bestimmten Daten oder nutzen Sie die letzten Meldungen zu einem Künstler, um die nächste Musikmoderation vorzubereiten.

Abhörarchiv: Sie planen einen Relaunch oder wollen z.B. Ihre 90er-Kategorie feintunen? Dann stoßen Sie über kurz oder lang auf Songs, die nicht bei Ihnen im Sender archiviert sind. Die hoerfunkwerkstatt.de hat ein digitales Abhörarchiv mit über 15.000 Titeln in transparenter Qualität (MPEG-1 Audio Layer 3, 256 kBit/s). Die Mehrzahl aller seit den 70ern in den Deutschen Top 100 Singlecharts plazierten Songs ist abhörbar.

Waschzettel-Archiv: Freundlicherweise hat man mir über 50 Aktenordner mit Promomaterial der letzten zwei Jahrzehnte überlassen. Diese werden sukzessive digitalisiert und können dann recherchiert und als Primärquelle verwendet werden.

Musikzeitschriften-Archiv: Von wichtigen Musikzeitschriften (Musikexpress, Q, Modjo, Rolling Stone) erstelle ich ausführliche Inhaltsverzeichnisse der Jahrgänge ab 2000. Über diese kann dann bei Bedarf ein Artikel händisch herausgesucht und verschickt werden.

Musikmonitoring: Die hoerfunkwerkstatt.de wertet das aktuelle Musikprogramms Ihrer Mitbewerber aus. Einfach und übersichtlich als Tabelle oder graphisch anschaulich mit individueller Kategorisierung der gesendeten Titel. 

Texten: Ich texte für Ihre Moderatoren Beiträge zu tagesaktuellen Musikthemen (Geburts- oder Todestagen von Künstlern), tägliche Pop-Histories, Albumbesprechungen, Künstlerbiografien fürs Internet, Musikmoderationen, Kurzinfos zu neuen Songs oder Individuelles nach Ihren Vorgaben.

Neue Ideen: Radio muß neue Wege gehen, um die Aufmerksamkeit der Menschen zurückzugewinnen. Musikredaktionelle Arbeit kann dazu einen Beitrag leisten, z.B. die interaktive Musikplanung. Lernen Sie diese neuen Ideen kennen und setzen diese erfolgreich im Programm um.

Referenzen

  • Hit-Radio Antenne Niedersachsen
  • BB RADIO
  • Radio/Tele FFH (harmony.fm)
  • SWR3
  • Netzeitung (Motor FM)
  • NDR2
  • MDR Sputnik
  • WDR2
  • SWR1 Rheinland-Pfalz

Wissenschaftliche Forschung und Lehre

Als Dozent biete ich eine Reihe von Themen für diverse Formate der wissenschaftlichen Lehre an: Blockseminar, wöchentliche Seminare, Präsentationen und Vorträge.

Popmusik im Radio

Ein Seminar (ca. 12 Termine à 90 Min.) für angehende Musikwissenschaftler o.ä. zu Berufsperspektiven im deutschen Hörfunk (Schwerpunkt Pop, aber auch Kultur/Klassik-Wellen) mit praktischer Arbeit. Wesentliche Aufgabe des Hörfunk-Musikredakteurs ist die Musikauswahl und -programmierung seines Senders. Er spricht im Programm über Neuerscheinungen, interviewt Künstler und schreibt online über Musik. Er produziert am digitalen Schnittplatz Beiträge, verhandelt mit Plattenfirmen über Konzerte und beantwortet die Fragen der Hörer zur Musik. Wir erarbeiten gemeinsam die theoretischen Grundlagen dazu, u.a.

  1. Geschichte des Rundfunks in Deutschland
  2. Geschichte der Popmusik in Deutschland
  3. Medienforschung und ökonomische Rahmenbedingungen des Journalismus
  4. Modernes Formatradio: Begriffe und Techniken, Musikformate und Zielgruppen

Hör' Funk! Einführung in ein Distributionsmedium für Musik

Z.B. für Studiengänge mit musikwirtschaftlicher Ausrichtung. Um als Musikmanager Radio sinnvoll zu nutzen, muß man die Funktionsweise von modernen Radiomarken kennen. Wir besprechen die grundlegenden Themen dazu: Organisationsformen, Rundfunk als ökonomisches Gut und historische Entwicklung. Was sind die Nutzungsmotive der Radiohörer und wie gestalten die Sender ihr Programm im Hinblick auf ihre avisierte Zielgruppe? Radiokritik kommt nicht zu kurz, es wird nicht nur die Innensicht eines Radiomachers referiert. Wie wählen Musikredaktionen die Songs aus, die dann im Programm laufen? Wie kann man seine Position beim Promoten von Künstlern gegenüber den Sendern verbessern? Wir simulieren zwei sog. Abhörkonferenzen und fragen: will/muß ich mit meiner Musik überhaupt ins Radio? Gibt es Alternativen?

Was ist Wissenschaft? Was ist Wissen, was macht ein Wissenschaftler und was macht er nicht?

Längerer Vortrag mit wissenschaftstheoretischem Schwerpunkt. Für alle angehenden Wissenschaftler und keineswegs eine selbstverständliche Frage für einen Wissenschaftler. Wir besprechen die unterschiedlichen Antworten, die auf diese Frage im Lauf der westlichen und fernöstlichen Wissenschaftsgeschichte gegeben wurden. Im Zentrum steht das Verstehen des heute dominierenden cartesianischen Denkens und die Suche nach Alternativen dazu. Etwas trockenere Abschnitte (Wissenschaftssystematiken, traditionelle Logik, Rationalität) wechseln sich mit Blicken in bislang vielleicht unbekannte Gebiete ab: fernöstliche Logik, Analogik statt Analytik, Wissenschaftsdadaismus. Ganz wichtig: die vier Kriterien für echte und unechte Wissenschaft nach Robert K. Merton, zur praktischen Anwendung im Studium.

110 Jahre Popmusikgeschichte(n)

Visualisierung Seminarfolien Popmusikgeschichte

Einsemestriges Seminar zu historischen, ästhetischen und philosophischen Aspekten der Popkultur. Der Zugang zur abendländisch-kapitalistischen Popmusikgeschichte erfolgt hier nicht ausschließlich linear, sondern vor allem systematisch und bezieht auch die persönlichen Interessen der Teilnehmer mit ein. Besonderes Augenmerk lege ich dabei auf die beiden großen gegensätzlichen Positionen des 20. Jh., die Moderne und die Post-Moderne. Ausgehend von der Popmusik-Definition Philip Taggs mache ich einen eigenen Abgrenzungsvorschlag, der sich am beobachtbaren Umgang von Popmusik-Praktikern orientiert. Weitere Themen: Distribution von Popmusik und Technik der Tonaufzeichnung, Informationstechnologie und Bedeutung der digitalen Revolution für die Musikwirtschaft, Musikökonomie und Musik als nicht-knappes Informationsgut, Funktion von Musik in modernen Gesellschaften, Musikästhetik (im Besonderen Arthur Schopenhauers Sicht). Wir nehmen uns auch die Zeit, die Mythen der Moderne (so wie sie heute immer noch erzählt werden) zu dekonstruieren und von da ausgehend die beiden Pop-Welten Schlager und Rock (oder Kitsch und Kunst) neu zu erfahren. Viele Hörbeispiele runden den Zugang zur Popmusik ab.

Medien und Wirklichkeit

Zum Verhältnis von Wirklichkeit und ihrer Abbildung in den klassischen Massenmedien. Längerer Vortrag mit vielen Beispielen aus der Praxis. Wir beginnen mit populären, über die Medien (v.a. Film, TV) vermittelten Irrtümern und besprechen dann vier Bereiche, in denen sich nicht-korrekte Abbildung der Realität in den Medien zeigt:

  1. Fernseh-Formate wie Doku-Soaps, Doku-Fakes
  2. Journalismus und Propaganda mit vielen aktuellen Beispielen (INSM, Finanzierung von Presse und Wissenschaft, Productplacement)
  3. Ökonomische, technische und politische Abhängigkeiten der Medienanbieter. Hier v.a. interessant, über welche Themen in den Mainstream-Medien nicht berichtet wird.
  4. Gezielte Täuschungen und Fakes, wie Bildmanipulation, z.B. nach den Anschlägen von Oslo 2011.

Ausgehend von diesen Beispielen überlegen wir, wie wir Menschen die Wirklichkeit überhaupt wahrnehmen. Die Anatomie des Geistes steht im Zentrum dieser Betrachtungen. Wie beeinflussen Medien unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit? Was sind die Folgen der medial-verzerrten Wahrnehmung? Welche negativen externen Effekte von Medienkonsum lassen sich nachweisen?

Immaterialgüter

Eine philosophische Einführung in die Welt der Nicht-Materie. Harter Tobak. Wir überlegen uns, wie viele Bereiche des täglichen Lebens es gibt, die uns Anlaß geben, uns mit dem Wesen der Nicht-Stofflichkeit auseinanderzusetzen und machen uns die grundlegenden Unterschiede von stofflichen und nicht-stofflichen Phänomenen klar. Beide Welten unterscheiden sich in ihren Eigenschaften fundamental voneinander und es wird dann problematisch, wenn man versucht, Prinzipien der Materie auf die Welt der Nicht-Materie zu übertragen. Beispiele dazu kann man seit Jahren auf verschiedenen Gebieten (Wirtschaft/Politik/Medizin) beobachten: wenn Musikmanager nicht verstehen, daß es heute keinen Unterschied mehr zwischen Kopie und Original gibt, wenn wir versuchen, nicht-knappe Güter dem ökonomischen Denken zu unterwerfen, oder wenn Ärzte sich weigern, Information (und nicht nur bloße Stofflichkeit) als Mittel zur Heilung einzusetzen. Die Hinwendung zur Nicht-Materie eröffnet uns neue Denk-Möglichkeiten und ggf. Auswege aus Problemen, die sich aus rein materialistisch-reduktionistischem Denken ergeben.

Materielles und geistiges Eigentum

Noch härterer Tobak, insbesondere für die klassisch ausgebildeten Ökonomen. In diesem Vortrag lege ich meine Sichtweise zum wichtigen Themenkomplex Eigentum dar, die auf grundlegenden Überlegungen zur Bestehensweise der Dinge beruht. Wir sprechen und hören im wirtschaftlichen und politischen Alltag ständig Menschen von materiellem und insbesondere vom geistigem Eigentum sprechen. Aber was ist das überhaupt? Woher leiten wir unseren Anspruch ab, Dinge und Nicht-Dinge besitzen und als Eigentum vereinnahmen zu können? Woher kommt großer Reichtum häufig? Für meine These, daß es gar kein (geistiges) Eigentum gibt, führe ich drei Argumente ins Feld. Die Methode, die ich dafür verwende, wird im Buddhismus das Objekt der Verneinung identifizieren genannt. Wir verneinen also zunächst, daß es überhaupt ein Ich, einen Besitzer eines Objekts, gibt (hier begegnet uns auch wieder das antike Theseus-Paradoxon, das schon beim Verständnis vom Verhältnis Kopie/Original hilfreich war). Später kommen noch ethische Probleme in den Blick, die sich in einer Eigentumsgesellschaft zwangsläufig ergeben. Ein tiefer und provokativer Blick in die eigene westliche Kultur, die maßgeblich auf der Ausbeutung von anderen Menschen, Lebewesen und der Natur basiert.

Dialektik. Sowohl/als auch statt entweder/oder

Dialektik zu erklären, ist möglich. Sie zu begreifen, ist schon schwerer. Sie im Alltag anzuwenden, ist vielleicht (für uns Westler) ganz unmöglich. Trotzdem ist es wichtig, zumindest theoretisch zu erahnen, warum unsere klassische und moderne Logik der Realität, wie sie wirklich ist, widerspricht. Nur so kann man den eigenen Ausweg aus falsch erlernten Wahr-Nehmungen finden. Wir lernen also die klassische und moderne Logik dem Prinzip nach kennen und gehen über klassische Denkfallen (wie Antinomie, Paradoxon, Aporie und Dilemma) dazu über, die Grenzen der zweiwertigen Logik zu beschreiben. Obwohl im Alltag die zweiwertige dualistische Denkweise unverzichtbar ist, zeigt sie uns doch nur einen kleinen Teil, einen Spezialfall der Wirklichkeit. Andere Denktraditionen bieten hier einen Ausweg: insbesondere der Buddhismus betont die Leerheit (Selbstlosigkeit) aller Phänomene. Am Beispiel Wald versuchen wir, dies nachzuvollziehen. Wir beschäftigen uns mit den über der materiellen Ebene liegenden Bereiche der Information, der Leere, des Nichts. Vorher oder nachher empfiehlt sich der Einführungskurs Buddhismus oder die Betrachtung Was ist Wissenschaft?

Einführung Buddhismus für Anfänger. Buddhismus als Wissenschaft vom Geist. Sehr interessant. Auflaufend auf diese Präsentation bietet sich stufenweise an:

  • Immaterialgüter
  • Materielles und geistiges Eigentum
  • Dialektik

Denn der Weise geht nach Aryadeva folgendermaßen vor: „Am Anfang beseitigt er das Übel. In der Mitte beseitigt er das Ich. Am Ende beseitigt er jede dualistische Vorstellung.“ Die Präsentationen sollten als Ausgangspunkt für die weitere eigene Beschäftigung mit der Wirklichkeit verstanden werden.

Gattung, Genre und Stil. Kategorien in der Popmusikforschung

Ob man als Fan im Plattenladen nach dem richtigen Regal sucht oder als Musiker auf der Suche nach einem passenden Label ist: Gattungs-, Genre- und Stilabgrenzungen haben in der Popmusik eine große Bedeutung. Sie sind im alltäglichen, journalistischen und fachlichen Sprechen und Denken unabdingbar. Viele wichtige Fragen können überhaupt nur vor dem Hintergrund solcher Abgrenzungen diskutiert werden. Außerdem erlauben diese Kategorisierungen es erst, qualitativ-statistische Methoden in der Popmusikforschung anzuwenden. Ein Einblick in die Wahrnehmungs- und Lernpsychologie hilft uns zu verstehen, daß auch unser Gehirn in Schubladen denkt. Mehr noch: ohne diese wäre kein intelligentes Denken möglich. Welche Möglichkeiten gibt es, Musik zu kategorisieren? Wie geht man dabei methodisch vor? Was bedeuten überhaupt die Begriffe Genre und Stil? Welche Genres und Stile gibt es in der Popmusik? Wir nehmen das am Beispiel House durch. Welche Stil-Kriterien gibt es im Zeitalter der Aufzeichnungsmusik?

Wikipedia. Funktionsweise, Nutzen und Probleme

Ich fand, daß es zehn Jahre nach dem ersten Auftauchen von Wikipedia (in den USA) und ihres revolutionär neuen Ansatzes zur Wissensverbreitung und -akkumulation Zeit ist, ein erstes Fazit zu ziehen. Die Geschichte und prinzipielle Funktionsweise von Wiki-Systemen wird referiert und ein Flashback führt uns ins Jahr 2001 zurück: wie sah die Welt der (Fach-)Lexika und der Wissenszugang allgemein aus? Was änderte sich durch die technische Entwicklung und durch Wikipedia? Wir stellen fest, daß das Erfolgsmodell von Wikipedia auf Haltungen beruht, die das Gegenteil der kapitalistisch-marktliberalen Logik darstellen. Aber auch bei Wikipedia gibt es berichtenswerte Schattenseiten, die ich durch eigene intensive Mitarbeit zwischen 2006/09 erfahren habe. Insbesondere die deutschen Administratoren fallen negativ auf: Klüngelei und Cliquenbildung, inhaltlich anmaßende Eingriffe bei erwiesener Ahnungslosigkeit, reaktionäre Weltanschauungen und vor allem mangelnde Kritikfähigkeit prägen das Bild und stören ein Projekt, das eigentlich auf Herrschaftsfreiheit basieren sollte. Als Einschub (auch für das Demokratieverständnis wichtig) bietet sich hierbei an, das Bewußtsein für sogenannte poisonous people zu schärfen. Warum mangelt es den meisten Open-Source-Projekten an Höflichkeit, Respekt und Vertrauen der Mitglieder? Hier gibt das Buch von Günter Schuler (Wikipedia inside) Auskunft. Warum finden sich popkulturelle Themenbereiche in der englischsprachigen Wikipedia viel ausführlicher behandelt? Was unterscheidet Inklusionisten von Exklusionisten? Warum transportiert die deutschsprachige Wikipedia überwiegend Mainstream-Meinungen? Es gibt Anhaltspunkte, daß bestimmte Lobbygruppen ihre Positionen durch professionelle WP-Autoren plazieren lassen, u.a. geschickt verschleiert durch vorgebliche Graswurzel-Bewegungen. Wie entdeckt man diese Manipulationen? Zusammengefaßt: wichtiges Wissen, daß auch für den bloßen Wikipedia-Leser wichtig ist, um die Enzyklopädie des 21. Jahrhunderts angemessen zu beurteilen.

Was ist Musik? Eine relevante Frage in der Musikwissenschaft?

Urteilskraft und Geschmack. Was ist das? Und was hat das mit Moral zu tun?

„Über Geschmack läßt sich nicht streiten!“ oder „Geschmack ist relativ!“ sind häufg gebrauchten Abwehrfloskeln. Dabei ist die Ästhetik, also die Lehre von der Wahrnehmung, in der Philosophie seit jeher ein ganz zentrales Thema, über das man in der heutigen postmodernen Stil-Vielfalt aber nicht mehr so recht zu reden weiß. Ich möchte anhand verschiedener Beispiele aus Ernährung, visueller Gestaltung, Architektur und Geruchswahrnehmung meine These erläutern: Geschmack (die intuitiv erlebte Anziehung oder Ablehnung von Dingen, Formen und Ideen) ist ein Ausdruck und Maß für die persönliche Urteilskraft. Geschmack spiegelt die korrekte oder inkorrekte Sicht der Wirklichkeit, ist ein nicht-rationaler Anhaltspunkt für die Sinnzusammenhänge. Mit diesem Ansatz lassen sich z.B. in der Musik die fundamental unterschiedlichen Ästhetiken von Schlager und Pop verstehen. Oder generell der Unterschied zwischen Kitsch und Kunst. Ein Ausflug zu Kant zeigt, daß schon im 18. Jh. eine Verknüpfung von Moral und Urteilskraft (bzw. Geschmack) gemacht wurde und ich möchte an neueren Beispielen diese Verbindung verdeutlichen. Die von der bürgerlichen Musikwissenschaft strikt abgelehnte Auffassung, Musik könne positive, neutrale und negative Effekte haben, erschließt sich hoffentlich nach meinen Ausführungen.

Statistiklügen. So lügt man mit Statistik

Visualisierung Seminarfolien Statistikluegen

Neben dem klassischen Sprichwort „Glaube keiner Statistik …“ gilt auch: „es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistik“ (ein Zitat, das Mark Twain dem britischen Staatsmann Benjamin Disraeli zuschreibt). Wir wollen zunächt schauen, wie man psychologisches Wissen und Tricks benutzt, um seine eigene (schwache) Argumentation mittels Zahlen zu untermauern. Überhaupt spielen Zahlen in unserem Denken eine große Rolle. Sie vereinfachen die Realität in häufig unzulässiger Art und Weise, überzeugen uns aber dennoch. Wir lernen unzulässige Argumentation mittels verschiedener Mittelwerte (Median, Modalwert) kennen und betrachten ein klassisches Experiment der Psychologie: Framing of Decisions von Kahnemann & Tversky. In Deutschland ist es vor allem Gerd Gigerenzer, der nachweist, daß die Mehrheit der praktizierenden Ärzte ihren Patienten falsche Auskunft über Wahrscheinlichkeiten im Zusammenhang mit Diagnose und Behandlung ihrer Krankheiten gibt. Auch vor Gericht wird häufig unzulässig statistisch argumentiert: spektakuläre Prozesse waren der Fall Janet & Malcolm Collins (1964), O.J. Simpson (1994) und Sally Clark (2003). Neben den unabsichtlichen Täuschungen gibt es auch bewußt und willentlich eingesetzte Statistiklügen.

Strategien der Manipulation nach Noam Chomsky

Seit Ende 2011 kursiert international im Netz ein Text, der 10 Punkte der medialen Massenmanipulation beschreibt. Lange Zeit unbeachtet, entfaltete er seine immense Wirkung erst, als irgendjemand diesem Text die Autorschaft von Noam Chomsky zuschrieb. Seitdem wird der Text in viele Sprachen übersetzt, wird mit Beispielen illustriert und fortgeschrieben. Noam Chomsky ist einer der am häufigsten zitierten lebenden Autoren und bedeutender Philosoph der Gegenwart. Ursprünglich kommt er aus der Linguistik und der Kognitionsforschung, er versteht sich als Anarchist und ist ein deutlicher Kritiker der aktuellen US-Politik. Er hätte die 10 Strategien tatsächlich schreiben können. Und obwohl wir über die wahre Autorschaft zunächst verwirrt wurden, lohnt es sich, sich mit den 10 Thesen zu beschäftigen: wir schauen, wie man Menschen (massenmedial) beeinflussen kann, ohne daß diese die Manipulation bemerken. Für alle 10 Thesen suchen und finden wir aktuelle Beispiele. Da wir heute die Wirklichkeit zu einem großten Teil vermittelt über die klassischen Massenmedien wahrnehmen, hat diese Analyse für jeden Mediennutzer eine hohe Relevanz. Aber selbst wenn man die Manipulationstechniken kennt ist es schwer, ihnen zu entgehen.

Rechtliche Hindernisse für die Musikforschung

Diese kurze Präsentation ist eng angelehnt (und eigentlich nur eine Übersetzung) von Philip Taggs Präsentation „Copyright vs. the Democratic Right to Know“ von 2007, ich habe sie aber um Fallbeispiele aus Deutschland ergänzt. Um als Musikforscher das Forschungsfeld zu erschließen, um Musik in ihrer heute konsumierten Form zu verstehen, steht man vor einem Problem: man braucht Zugang zu dem urheberrechtlichen geschützten Material. Philip Tagg selbst verwendet für die Lehre eine Technik, die das musikalische oder audio-visuelle Originalmaterial im Text selbst kommentiert. Diese kommentierten Originale lädt Tagg dann in Videoportale hoch, um sie seinen Studenten zugänglich zu machen. Er führt aktuell aus diesem Grund einen Prozeß gegen Youtube und 20th Century Fox, die ihm dies verbieten wollen. Seine Analysemethode hat Tagg 1979 anhand der Titelmelodie von Kojak entwickelt. Schon damals mußte er sich den Zugang zur Original-Partitur vor Gericht gegen Universal Studios erstreiten. Will man in einem wissenschaftlichen Werk den Chorus vom Rolling Stones Song „Satisfaction“ abdrucken, kostet diese Lizenz 280 Br. Pfund. Zahlreiche weitere Beispiele illustrieren die Problematik, vor der Forscher heute stehen. Die beiden deutschen Fälle (Taurus Press Hit Bilanz und Freiburger Anthologie), die in den letzten Jahren für einigen Wirbel gesorgt haben, weisen in eine düstere Zukunft. Prinzipiell können nicht nur Kunstwerke, sondern jede Art von Information so „geschützt“ werden, daß eine weitere Verbreitung oder Auswertung unmöglich wird. Auch das geplante Leistungsschutzrecht für Verlage wird Forschung zukünftig behindern. Aber es gibt auch Verbündete, die sich im Sinne von Bürgern und Forschern gegen die ökonomischen und Machtinteressen der großen Unterhaltungskonzerne stellen. Wir lernen sie kennen und hoffen trotz allem auf einen positiven Ausgang.

Ist Ihre wissenschaftliche Einrichtung interessiert, eines dieser Themen demnächst anzubieten? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt mit mir auf. Ich freue mich!